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Dirk Siegmund, Geschäftsführer Desion
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Nachgefragt: Dirk Siegmund, Desion

Algorithmen für maschinelles Sehen

Dirk Siegmund ist Geschäftsführer von Desion, einem Start-up-Unternehmen, das im August letzten Jahres gegründet wurde. Die Neugründung ist ein Spin-off aus dem Fraunhofer IGD, das die neue Firma weiterhin als Kooperationspartner unterstützt. Dort war Dirk Siegmund davor tätig und hat sich mit der Interpretation von Bildern und ihrer automatischen Umwandlung in Informationen beschäftigt. Wie er dazu kam, ein Unternehmen zu gründen und warum er gerade Lösungen für Textildienstleister anbietet, verrät er im Interview. Als Start-up präsentiert sich Desion erstmals im Herbst vom 27. November bis 1. Dezember 2021 auf der Texcare International.

Februar 2021

Als Startup haben Sie eine innovative Lösung entwickelt, die hilft, weitere Prozesse in der professionellen Textilpflege zu automatisieren? Wie sind Sie auf die Idee gekommen?

Dirk Siegmund: „In meiner Abteilung beim Fraunhofer IGD, die sich mit 3-D-Daten und künstlicher Intelligenz beschäftigt, haben wir angewandte Forschung betrieben und Projekte für Textildienstleister und Textilreycling betreut. Dabei haben wir festgestellt, dass unsere Algorithmen aus anderen Bereichen sehr gut für die Anforderungen von Textilien funktionieren und zwar auch für Use-Cases, die in der Industrie gebraucht werden. Und so ist die Idee entstanden, eine eigene Firma zu gründen. Hinzu kam, dass wir Anfragen aus der Industrie bekommen haben, die über die Leistungen des Fraunhofer IGD hinausgehen, beispielsweise die Wartung einer Maschine.“

Was ist das Neue an Ihrer Innovation?

Dirk Siegmund: „Das besondere an der Technologie ist, dass wir auch Stoffe analysieren können, die nicht flach ausgebreitet sind. Unsere Algorithmen können mit Oberflächen umgehen, die beispielsweise Falten und hohe Varianzen aufweisen. Bisher haben wir unsere Technologie in der Sortierung und in der Qualitätskontrolle eingesetzt. Für das Textilrecycling unterscheidet das System bis zu 60 verschiedene Kategorien wie Hosen, Jacken etc. In der Textilpflege setzen wir die Technologie für die Qualitätskontrolle ein: Wir überprüfen so zum Beispiel, ob die Warnschutzkleidung noch den geltenden Normen entspricht. Außerdem haben wir eine Kontrollbox entwickelt, die Textilien wie Putztücher, Handtücher oder Bettwäsche im freien Fall von allen Seiten untersucht und rückmeldet, ob das Textil noch in Ordnung ist. Unbrauchbare Textilien werden dann sofort aussortiert. Dank Ultraviolett-Sensoren können wir auch erkennen, ob noch organische Substanzen im Gewebe sind wie Blut oder Mikroorganismen. Eine interessante Anwendung in medizinischen Einrichtungen.“

Welche weiteren Pläne haben Sie für die Zukunft?

Dirk Siegmund: „Die Themen Nachhaltigkeit und Ökologie interessieren uns sehr. Wir wollen versuchen, zu einer häufigeren Verwendung von Textilien etwas beizusteuern. Was mir vorschwebt ist, dass wir unsere Algorithmen so genau verfeinern, dass Versandrückläufer häufiger wiederverwendet werden können. Potenzial für die Technologie besteht auch im Textilrecycling: Von den jährlich über einer Million gesammelten Tonnen Altkleidern in Deutschland wird bisher der Großteil weggeworfen. Wenn wir hier die Recyclingquote durch Automatisierung mit einem vertretbaren Zeit- und Kostenaufwand erhöhen können, wäre das ein großer Schritt.“

Auf der Texcare International vom 27. November bis 1. Dezember 2021 bietet die Messe Frankfurt erstmals ein Start-up-Areal an und fördert so junge innovative Unternehmen mit ihren Lösungen für die Textilpflege.

#Texcare International, #Startups, #Automatisierung, #Nachhaltigkeit, #3DVisualisierung

Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen:

www.texcare.com

www.texcare.com/brand

Tags

  • Messe
  • Nachhaltigkeit