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Von App bis RFID
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Perspektiven: Neue Businessmodelle

Von App bis RFID

Das Online-Business wächst rapide. In gleichem Tempo kommen neue Technologien und Anwendungen auf den Markt. Ob RFID-Chips oder Apps - auf der kommenden Texcare International vom 20. bis 24. Juni 2020 präsentieren Branchengrößen neue Businessmodelle für die Textilreinigung von morgen. Ein erster Überblick.

Ferbruar 2020

Ein kleiner Chip. In Millisekunden gibt er Antworten auf wichtige Fragen: Um welche Art von Wäsche handelt es sich? Wie muss sie gewaschen werden? Und an welchen Kunden geht sie? Effizienz steigern und Verluste minimieren: Radio Frequency Identification (RFID) Technologie bietet Lösungen, um das Wäscherei- und Miettextil-Business zu optimieren und in Teilen zu automatisieren. Ein RFID-System besteht aus drei Einheiten: Etikett (engl. "tag"), Lesegerät, Computer. Das Lesegerät verbindet sich über Radiosignal mit dem am Textil angebrachten Tag oder Transponder. Die Daten auf dem integrierten Chip werden an das angeschlossene Computersystem gesendet und von diesem verifiziert, ausgewertet und verwaltet.

Mehr als 10.000 RFID-Installationen in 40 Ländern und über 250 Millionen Tags hat das Schweizer Unternehmen Datamars heute im Einsatz [1]. Den Grundstein legte der Marktführer und Pionier in der Innovation von Textilidentifikationslösungen für industrielle Wäschereiprozesse vor 30 Jahren mit der Erfindung des ersten Laundry-Chip. Durch die Rückverfolgbarkeit entlang der kompletten Prozesskette können nach Angaben des Unternehmens die Lagerkapazitäten um 30 Prozent reduziert werden und Verluste werden drastisch verringert. Der Kunde weiß zu jeder Zeit, wo sich sein Kleidungsstück befindet, was eine ganz neue Vertrauensbasis aufbaut. Die gespeicherten Pflegehinweise und das erforderliche Handling können im entsprechenden Internetprotokoll permanent aktualisiert werden – so wird höchste Qualität gewährleistet. Prozesse automatisieren und Lohnkosten reduzieren: 2018 präsentierte Datamars eine RFID-Kabine, in der ein Wäschecontainer mit 1.000 Teilen in 3,5 Sekunden ausgewertet werden kann [2].

New Businessmodels auf der Texcare International

Einfach, komfortabel, mobil: Digitalisierung und Automatisierung sind die Basis für die erfolgreiche Textilreinigung von morgen. Von RFID Transpondern über Lesegeräte bis zur Software – auf der Texcare International vom 20. bis 24. Juni 2020 stellt Datamars, aber auch zahlreiche andere Aussteller vor, wie die Digitalisierung neue Businessmodelle ermöglicht und die Branche revolutioniert. „Die Digitalisierung eröffnet enorme Kosteneinsparpotenziale“, sagt Stefan Düchting, Geschäftsführer der Düchting Software & Consulting GmbH. Die neuste Innovation des deutschen Unternehmens: Die „Meine Reinigung“-App. Store Suche, digitale Kundenkarte, Aufträge verwalten: Die App hilft, den Arbeitsalltag von Textilpflegebetrieben zu erleichtern, fördert die Stammkundenbindung und sorgt für einen reibungslosen, effizienten Ablauf bis zur Abholung und Bezahlung.

Auch SoCom Informationssysteme GmbH reagiert auf den fortschreitenden Trend zu mehr Mobilität und Flexibilität. Fünf Apps bietet der deutsche Software-Dienstleister für ein digitales Prozessmanagement an. Mit der texOrder App können Krankenhäuser, Altersheime und Hotels Bestellungen und Inventuren direkt auf der Station digital in Auftrag geben. Die papierlose Kommissionierung ermöglicht die zuletzt neu entwickelte App texEasyPick. Kein Containerschwund und komplette Rückverfolgbarkeit: Genau abgestimmt auf die Logistik-Bedürfnisse von Wäschereien bringt die texRoute App Zeit- und Kostenersparnisse im Bereich des mobilen Tourenmanagements mit sich. Durch Live-Tracking sind die effiziente Planung, Verwaltung und Bearbeitung sämtlicher Touren und Fahrer möglich. Die Zustellung kann vom Kunden per Unterschrift auf dem Smartphone oder Tablet bestätigt werden. Die texScan App sorgt dafür, dass Wäschemengen auch unterwegs in Sekunden erfasst werden. Hierfür können Bluetooth RFID-Scanner mit einem Smartphone gekoppelt werden, um mobil Chips lesen zu können – egal ob beim Kunden vor Ort oder in der Wäscherei. Abschließend bietet texUniScan eine universell einsetzbare Applikation, die auf individuelle Kundenbedürfnisse angepasst werden kann. „Ziel ist es, durch den Einsatz modernster Softwareprodukte Prozesse und die zusammenhängende Logistik optimal zu steuern, um in der letzten Konsequenz Kunden individuell, bedarfsgerecht und rechtzeitig bedienen zu können“, sagte Wolfgang Faist, CEO bei SoCom, in einem Interview mit dem Schweizer Fachmagazin Teps.

Zettelwirtschaft ade: Auch die App „Service Driver“ der Advantex Software GmbH & Co. KG macht das Leben der Auslieferer leichter. Bereits bei der Beladung werden Container durch das Scannen im System bestätigt. Die App dirigiert den Fahrer von Kunde zu Kunde und hält wichtige Informationen wie Adresse, Öffnungszeiten und Ansprechpartner bereit. Vor Ort wird angezeigt, ob neue Schmutzwäschecontainer mitgenommen werden müssen und die Lieferung kann per Unterschrift auf dem Gerät quittiert werden. Automatisch aktualisiert: Die unterwegs erfassten Daten werden sofort mit der zentralen Datenbank abgeglichen, die gesammelten Unterschriften als Liefernachweis an den Kunden gesendet und die Containerstatistik auf den neusten Stand gebracht.

Per Whatsapp zum sauberen Hemd

Auch Privatkunden können durch die Digitalisierung neue Services geboten werden. Taxi, Essen, Bücher: Fast alles kann man mittlerweile online bestellen. E-Commerce gewinnt auch im Einzelhandel an Bedeutung. 2018 wurden online weltweit 2,8 Billionen US-Dollar erwirtschaftet – bis 2021 wird mit einem Wachstum um über 70 Prozent [3] gerechnet. Weltweit gibt bereits beinahe jeder dritte Endverbraucher (31% Prozent) an, einmal im Monat etwas online zu bestellen; jeder Fünfte sogar einmal in der Woche [4]. Es ist also nur konsequent, dass sich auch der Markt für Online-Reinigungen stetig weiterentwickelt und an Anbietern wächst. Von Jonny Fresh, Wasch mal, Waschhelden und Textilkurier über Shirtrunner, Cleanly und Laundrapp - die neuen Dienste konzentrieren sich vor allem auf Großstädte oder arbeiten als Versandreinigung. Rund um die Uhr geöffnet, Bestellung via Whatsapp: Einfachheit und Flexibilität stehen im Vordergrund der Geschäftsmodelle. Bei langen Arbeitszeiten und vielen Dienstreisen, sind Lieferungen ins Büro oder Abholung am Wunschtermin ein klarer Wettbewerbsvorteil. Die Digitalisierung bietet auch hier Lösungen, um die jüngeren Generationen abzuholen und das Geschäft für die Zukunft zu sichern. Andreas Schumacher, Geschäftsführer Deutscher Textilreinigungsverband in Berlin bringt die aktuellen Entwicklungen der Branche auf den Punkt: „Unsere Branche hat sich intern mit RFID, Robotik und Apps schon deutlich weiterentwickelt in der Prozesssteuerung. Durch den Ausbau innovativer Technologien kann gerade die textile Dienstleistungsbranche Arbeitsprozesse effektiver steuern und noch ressourcenoptimierter und nachhaltiger arbeiten. Diese Entwicklung prägt aktuell aber nicht nur die internen Prozesse der Wäschereien und Reinigungen, sondern daraus ergeben sich auch für die Kunden mehr Dienstleistungen, mehr Komfort und mehr Transparenz.“

Lena Kaufmann

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Weitere Informationen finden Sie unter:

Pressemitteilung: Fortschreitende Automatisierung in der Wäschereibranche

www.texcare.com

www.texcare.com/brand

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Foto: NordWood Themes


[1] Datamars (2020): https://datamars.com/about-us/our-business/textile-identification/
[2]  Datamars (2018): https://www.textile-id.com/2018/07/26/datamars-drastically-improved-uhf-cabin-reading-speed/
[3] Statista (2019): https://www.statista.com/topics/871/online-shopping/
[4] Statista (2019): https://www.statista.com/statistics/664770/online-shopping-frequency-worldwide/

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